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Burghard Knauf
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Beiträge: 75

Burghard Knauf ist offline
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Gunung Agung 2018
Liebe Forenmitglieder und Forengäste
Seit Juli 2017 sorgt der Gunung Agung auf Bali immer wieder für Schlagzeilen in den internationalen Medien. Berichten über einen bevorstehenden Ausbruch folgen solche über die Evakuierung der Bevölkerung, die Sperrung des Flughafens, die fluchtartige Abreise von Touristen etc., alles in allem sehr den medialen Interessen angepasste Meldungen, die wenig über die tatsächliche Situation auf Bali aussagen und wenig Hintergrundinformationen geben.. Es gab mehrere kleinere Eruptionen des Gunung Agung, die letzte war in der Nacht vom 22. zum 23.Januar 2018. Wir haben in 20 km Entfernung davon nichts mitbekommen allerdings zogen in dieser Nacht schwere Gewitter über Ostbali die fast die ganze Nacht andauerten. Der bislang heftigste Ausbruch der jüngeren Eruptionsphase war der vom 27. November 2017. Auf den zahlreichen Live Webcams war der Feuerschein der glühenden Magma nachts gut zu erkennen, die Rauchsäule stieg mehrere Kilometer weit empor, der Flugverkehr wurde zeitweise eingestellt. Diese Eruption wurde von den Fachleuten mit VEI = 2 bewertet. VEI ist eine Maßeinheit zur Skalierung von Vulkanausbrüchen und steht als Abkürzung für Vulcanic Explosivity Index. Als Maßeinheit gilt das bei einer Eruption ausgeworfene pyroklastische Material in Km³gemessen. Zum Vergleich, der Ausbruch des Gunung Agung von 1963 wurde mit VEI = 5 eingestuft, ebenso der Ausbruch des Mount St. Helen 1980 und der des Vesuv 79. Der Ausbruch des Krakatau 1883 und der des Pinatubo von 1991 wurden mit VEI = 6 bewertet, der des Tambora 1815 und des Rinjani 1257 mit VEI = 7 und der Ausbruch des Toba vor 74.000 Jahren mit VEI = 8. Die Skala ist nach oben offen und ab VEI = 2 logarithmisch aufgebaut, d. h. VEI = 3 entspricht schon einem 10 mal stärkerem Vulkanausbruch als VEI = 2. Was den Fachleuten Sorge bereitet ist, das sich durch den Aufbruch eines mächtigen Aquifer (Wassersack) ein Pfropfen im Vulkanschlot gebildet hat. Wenn der Druck im Inneren weiter steigt kann dies zu einer gewaltigen Explosion oder einem seitlichen Ausbruch führen. Allerdings kann ein Teil der aufgestauten Energie ggf. über andere Vulkane entweichen, wenn diese nicht mehr als 80 – 100 km entfernt und die Magma Systeme miteinander verbunden sind. Nach Aussagen Einheimischer soll jetzt auch über dem Gunung Batur eine Rauchsäule sichtbar sein. Über den Gunung Agung liegen verständlicherweise weniger Vergleichsdaten vor wie über andere Vulkane die regelmäßig ausbrechen und Aktivitäten zeigen wie Stromboli oder Kilauea (Hawaii). Das der Ausbruch von 1963/64 so viele Todesopfer forderte lag wohl daran, das die betroffenen Dörfer rund um den Gunung Agung kaum über TV, Telefon geschweige den Social Media verfügten. Heute wird der Informationsstatus durch die staatlichen Institutionen, durch TV und Social Media von den Einheimischen als sehr gut bewertet, Neuigkeiten verbreiten sich in Windeseile. Mittlerweile konnten weite Teile der evakuierten Bevölkerung zu ihren Häusern zurückkehren, lediglich die Bewohner einer derzeitigen Sicherheitszone von 6 Km rund um den Vulkan sind noch in Camps untergebracht. Für viele der evakuierten Menschen bedeutete die Evakuierung einen spürbaren Verlust an Hab und Gut. Das Vieh, das sie nicht mitnehmen konnten, wurde in der Not oft zu Dumpingpreisen verkauft, Hilfsaktionen in den touristischen Zentren sind eher die Ausnahme. In Candidasa ist, nach Aussage der Einheimischen, die Zahl der Gäste um bis zu 70% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Wir waren über 2 Wochen lang fast die einzigen Gäste in unserem ansonsten gut besuchten Warung, in den anderen Restaurants und Anlagen sah es nicht viel anders aus, überall gähnende Leere. Auch Ubud empfanden wir deutlich ruhiger als noch im Vorjahr. Das Touristen, während des Ausbruchs im November 2017, in Kuta Nachts auf gepackten Koffern saßen, ist mir unverständlich. Ich denke, die indonesischen Vulkanologen gehören, ungeachtet der westlichen Überheblichkeit, zu den besten der Welt. Immerhin gibt es in Indonesien 130 aktive Vulkane und die Leute wissen sehr wohl wie sie damit umgehen müssen. Wenn man sich an die entsprechenden Anordnungen hält, ist das Risiko auf einer deutschen Autobahn umzukommen deutlich höher als bei einem Vulkanausbruch in Indonesien. Ich wünsche den Menschen vor Ort, das alles ein gutes Ende findet und auch das die Gäste zurückkehren, denn ohne dies ist das Los vieler Menschen hier deutlich schwerer.
LG Burghard

26.01.2018, 14:59 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Burghard Knauf senden
bikebruckmuehl
Routinier




Dabei seit: Mai 2003
Herkunft: Bruckmühl/Bayern
Beiträge: 306

bikebruckmuehl ist offline
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Hallo Burkhard,

sehr guter Bericht, danke.

lg
Bernhard

19.03.2018, 20:59 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an bikebruckmuehl senden
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